Berufskrankheitengeschehen

Die Zahlen des Berichtsjahres 2020 stehen unter dem maßgeblichen Einfluss der COVID-19-Pandemie. In der nachfolgenden Übersicht sind die Auswirkungen dieser Sondersituation deutlich zu erkennen.
Den deutlichen Rückgängen im Unfallgeschehen stehen im Bereich der Berufskrankheiten starke Fallzahlanstiege gegenüber.

  • Im Bereich der UV der gewerblichen Wirtschaft, der UV der öffentlichen Hand sowie der Schüler-UV ist die Zahl der Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit 2020 gegenüber dem Vorjahr um 32,9 % auf 106.491 Fälle gestiegen.
  • Im Jahr 2020 wurden 101.206 Verfahren abgeschlossen. In 37.181 dieser Fälle wurde das Vorliegen einer Berufskrankheit anerkannt (+ 104,8 %), in 5.056 Fällen wurde eine Rente gewährt (+ 8,3 %). In weiteren 15.775 Fällen (- 7,8 %) wurde zwar die berufliche Verursachung der Erkrankung festgestellt, die besonderen versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für die Anerkennung als Berufskrankheit im juristischen Sinne waren jedoch nicht erfüllt. Hierbei kann es sich z.B. bei Hauterkrankungen um die Aufgabe der gefährdenden Tätigkeit handeln. Dennoch werden in diesen Fällen ggf. im Rahmen von § 3 BKV Leistungen zur Individualprävention bzw. zur medizinischen Rehabilitation erbracht. In 52,3 % der in 2020 abgeschlossenen Feststellungsverfahren wurde die berufliche Verursachung der Erkrankung bestätigt (52.956 Fälle). In den übrigen 48.250 Fällen (+ 12,3 %) hat sich der Verdacht auf das Vorliegen einer Berufskrankheit nicht bestätigt, weil entweder keine entsprechende Gefährdung am Arbeitsplatz nachgewiesen oder kein Zusammenhang zwischen einer solchen Schädigung und der Erkrankung festgestellt werden konnte.
  • Daneben waren im Berichtsjahr 2.380 Todesfälle infolge einer Berufskrankheit zu verzeichnen - überwiegend aufgrund von anorganischen Stäuben, insbesondere Asbest.
2019 2020 Veränderung in %
Anzeigen auf Verdacht einer BK 80.132 106.491 + 32,89
BK-Verdacht bestätigt 35.264 52.956 + 50,17
davon:
Anerkannte Berufskrankheiten 1 18.156 37.181 + 104,79
Berufliche Verursachung festgestellt, besondere versicherungsrechtliche Voraussetzungen nicht erfüllt 17.108 15.775 - 7,79
BK-Verdacht nicht bestätigt 42.970 48.250 + 12,29
Entschiedene Fälle insgesamt 78.234 101.206 + 29,36
Neue BK-Renten 4.667 5.056 + 8,34
Todesfälle infolge einer BK 2.555 2.380 - 6,85

1 Ab 2019: Erstmals anerkannte Fälle